Kursablauf Grundkurse:


Die Motorrad-Grundschulung bei der Fahrschule Günthert wird nach den Richtlinien des Bundesamt für Strassen ASTRA durchgeführt (gem. Art. 19A VZV1, Art. 24 Abs. 1 sowie Art. 30 Abs 1 FV2)

Zu Beginn jedes Kursteils werden Lernfahr- und Fahrzeugausweis kontrolliert sowie die Präsenzkontrolle durchgeführt. Pro Fahrlehrer dürfen nicht mehr als 5 Teilnehmer betreut werden. Jedes Motorrad muss betriebs- und verkehrssicher sein und das L-Schild muss richtig montiert sein. Teilnehmer mit nicht sicheren Fahrzeugen oder ungültigen sowie nichtvorweisbaren Ausweisen werden unter Verrechnung aller Kursteile vom Kurs ausgeschlossen!


Kursteil 1

Verantwortung, Schutzbekleidung, Betriebssicherheit: Ziel: Die Fahrschülerinnen und Fahrschüler kennen die Grundbedingungen für das sichere Motorradfahren, namentlich ihre Verantwortung, die Anforderungen an eine adäquate Motorradbekleidung und die Betriebssicherheit der Motorräder.

Praktische Fahrübungen

Einfahren in der Gruppe: Ziel: Kennen der Fahrzeugbedienung beim Anfahren und Anhalten, Beschleunigen und Verzögern unter Berücksichtigung der richtigen Blicktechnik

Handling-Parcours: Ziel: Kennen der sicheren Fahrzeugbedienung (Handling) und der Bremssysteme und -techniken. Der Handlingparcours besteht aus verschiedenen Übungen wie: langsam Fahren, Anfahren an einem Hindernis, Klettern auf einen Holzbalken, enger Slalom und schnelles, sicheres Bremsen.

Zielbremsung: Ziel: Festigen der Fahrzeugbedienung und Erleben einer wirkungsvollen und sicheren Bremsung möglichst zielgenau auf einen bestimmten Punkt hin.

Einschätzen der nötigen Fahrzeugabstände: Ziel: Kennen und Anwenden der richtigen Bremstechnik und Fahrzeugabstände mit Berücksichtigung der Anhaltestrecke (Reaktions- und Bremsweg) und Einschätzen des erforderlichen Sicherheitsabstands.

Langsame Fahrt: Ziel: Beherrschen des Motorrades bei langsamer Fahrt, ohne abzustehen. Der Schüler versucht langsamer fahren zu können als der Fahrlehrer.

Eine Acht fahren in der Gruppe: Ziel: Beherrschen des Motorrades mit Rücksichtnahme auf Verkehrspartner. Alle fahren miteinander eine enge Acht, ohne bei Kreuzungsvorgängen anhalten zu müssen.

Langgezogene Acht mit Gegenverkehr: Ziel: Exaktes Spurfinden und -halten mit Beobachtung und Rücksichtnahme auf Verkehrspartner. Alle fahren miteinander eine langgezogene Acht, ohne bei Kreuzungsvorgängen anhalten zu müssen.

Langgezogene Acht mit Gegenverkehr unter Verwendung der Rückspiegel und Durchführen von Seitenblick und Zeichengabe: Ziel: Kennen der Gefahr des toten Winkels, der Blicksystematik und des nötigen Zeitbedarfs für die Ausführung. Alle fahren miteinander eine langgezogene Acht, ohne bei Kreuzungsvorgängen anhalten zu müssen, dazu wenden sie die korrekte Blicksystematik und Zeichengabe an

Aufsitzen des Fahrlehrers: Ziel: Angewöhnen an das Fahren zu zweit (mit veränderten Bedingungen) Dazu wird die letzte Übung wiederholt und der Fahrlehrer fährt abwechslungsweise bei jedem Teilnehmer als Sozius mit.

Fahrbahnbenützung und Beobachten auf Verzweigungen: Ziel: Die Teilnehmer führen das auf dem Übungsplatz erlernte nun auf den öffentlichen Strassen korrekt und sicher durch, erst unter Anleitung des Fahrlehrers anschliessend auch selbständig.


Kursteil 2

Vorgehen, Rückblick: Ziel: Standortbestimmung, die seit dem Kursteil 1 gemachten Eindrücke und Erfahrungen werden gesammelt, verglichen und aufgearbeitet.

Einspuren / Übersehen: Ziel: In einem kurzen theoretischen Block wird den Teilnehmern vermittelt wie und wo eingespurt wird, wie die Reihenfolge zum richtigen Abbiegen/Spurwechsel vor sich gehen muss. Jeder Teilnehmer kennt zudem das Problem des übersehen werdens.

Praktische Fahrübungen

Sicher, schnelle Bremsung: Ziel: Beherrschen des sicheren und schnellen Bremsens bis zum Stillstand aus Innerortsgeschwindikeit 50km/h. Jeder Teilnehmer muss in der Lage sein eine sichere wirkungsvolle Notbremsung durchzuführen.

Befahren von Verzweigungen / Partnerverhalten: Ziel: Erleben des korrekten Verhaltens vor- und auf Verzweigungen. Der Fahrlehrer befährt auf dem Motorrad des Teilnehmers verschiedene Verzweigungen und zeigt ihm das korrekte Verhalten vor der Verzweigung mit Erkennen und Einschätzen der Situation sowie den korrekten Umgang mit den vorhandenen Verkehrspartnern. Er zeigt dem Teilnehmer das verkehrsgerechte Anhalten und Wegfahren (auch am Berg).

Selbständiges Fahren im Verkehr: Ziel: Der Teilnehmer hat nun das nötige Wissen um selbständig diese Kenntnisse umzusetzen. Die vorige Übung wird wiederholt. Diesmal fährt der Fahrlehrer als Sozius mit und kontrolliert den Teilnehmer.


Kursteil 2a

Vorgehen, Rückblick: Ziel: Die bisher in der Praxis gemachten Eindrücke sammeln, vergleichen und aufarbeiten.

Praktische Fahrübungen Ziel: Die Voraussetzungen für den Besuch des Kursteil 3 müssen vorhanden sein. Die festgestellten Defizite werden mit den erforderlichen Übungen der Kursteile 1 und 2 aufgearbeitet. Schwerpunkte bilden Handling, Bremsen und Fahren im Verkehr.


Kursteil 3

Bremsen aus höheren Geschwindigkeiten: Ziel: Reaktionsschnelles und sicheres Bremsen aus Ausserortsgeschwindikeit 80km/h. Jeder Teilnehmer muss in der Lage sein auch bei höherer Geschwindigkeit sicher und wirkungsvoll zu Bremsen.

Aufbauübung für sicheres Kurvenfahren: Ziel: Die Teilnehmer können sichere und schnelle Lenkbewegungen ausführen. Hierzu werden Übungen wie Wedeln, Ausweichen (Spurversatz) und (Doppelter Spurversatz) geübt.

Kurvenfahren bergauf und bergab: Ziel: Jeder Teilnehmer soll in jeder Situation sicher um die Kurve kommen. Dies unter Einbezug der Strassen- Verkehrs und Sichtverhältnisse sowie der Berücksichtigung der Tempogestaltung. Er erlebt dies erst als Sozius und anschliessend soll er selbst mit dem Fahrlehrer als Sozius dies umsetzen.

Befahren einer kurvenreichen Strecke: Ziel: Die Teilnehmer fahren eine kurvenreiche Strecke und beobachten sich Gegenseitig. Diese Übung kann auch per Video aufgezeichnet und anschliessend gemeinsam besprochen werden. Schlussendlich sollen alle die richtige Kurventechnik erlangen.

Überlandstrecke fahren: Ziel: Die Themen Überholen, Geschwindigkeitsgestaltung, Gruppenfahren und Partnerverhalten werden bearbeitet.


Methoden

Der Fahrlehrer bestimmt die anzuwendenden Methoden unter Berücksichtigung der Kenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmer.


Kursbestätigungen

Der Teilnehmer erhält am Schluss des Kurses eine Teilnahmebestätigung aus welcher hervorgeht, ob die Kursziele der jeweiligen Kursteile erfüllt wurden. Wird ein oder mehrere Kursteile nicht erfüllt, so muss dieser Teil wiederholt werden.


Versicherung

Die Versicherung ist Sache der Teilnehmer. Die Fahrschule übernimmt keine Haftung!